Picture the Multitude

Picture the Multitude
Katharina Struber
19. September bis 23. Oktober
Samstag 6.10.07 ab 14 Uhr
Japanese Guest Weekend
Bryan Whitehead, Nakazato Eros & Nakamura Tohei
Samstag 13.10.07 ab 14 Uhr
Multitude? Eine militante Untersuchung
Robert (Fuzi) Foltin
Samstag 20.10.07 ab 14 Uhr
Feed the Multitude
Schorsch & Florian kochen, Geoff schenkt aus, Katharina filmt
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In der Arbeitsreihe 'Picture the Multitude' werden Menschengruppen im urbanen öffentlichen Raum ins Bild gesetzt.
Der Begriff der Multitude bezeichnet eine Vielheit, die sich von der formlosen und formbaren Masse unterscheidet. Dem 'Volk' oder der Klasse wird ein einheitlicher Wille unterstellt, der oftmals auch propagandistisch ins Bild gesetzt wurde und wird. In Darstellungsformen fällt der Masse traditionell ornamentaler Charakter zu.
Die Multitude ist im Gegensatz zum 'Volk', zur Klasse oder Masse, ein Netzwerk, ein offenes Beziehungsgeflecht ein Feld von Singularitäten, das nicht homogen oder mit sich identisch ist.
'Picture the Multitude' will diese Vielschichtigkeit ins Bild setzen. Mit zeitgemäßen Medien wird versucht eine Darstellungsform zu finden die dieser Vielheit gerecht wird, bei der Singularitäten nicht im ornamentalen Massenbrei verkommen. Die angewandte Technik erlaubt einen weitläufigen Überblick auf die Architektur und macht gleichzeitig Details, Bewegungen und Zeitabläufe sichtbar.
Der Arbeitsprozess beginnt mit Videoaufnahmen, die einem strengen Raster folgend, über mehrere Stunden oder auch Tage den gewählten Ort abtasten. Aus tausenden chronologisch aufgenommenen 30 Sekunden Videoaufnahmen, werden Standbilder entnommen und in einem aufwendigen digitalen Prozess zusammengefügt. Die Bilder bestehen aus ca. 4000 sorgsam ausgesuchten 13x18cm Einzelbildern die digital zu den Großformaten montierten werden.
Die entstanden Bilder sind dynamisch und intim zugleich, unzählige fragmentierte Gesten, Gesichter und Körperteile und Details intimer Momente fügen sich ineinander. Die Architektur gibt die Struktur vor, Menschen und bewegte Teile tauchen schattenhaft auf, verwachsen ineinander und mit den immobilen Teilen der Umgebung. Die Serie versteht sich als Bestandsaufnahme zum Einfluss von Architektur auf die Performance von Individuen und Massen im öffentlichen Raum, gleichzeitig wird ein Scheitern zweidimensionaler Medien an Raum und Zeit vermittelt.

'Intim und dynamisch ist das aktuell entstandene Werk der bildenden Künstlerin Katharina Struber. Sie geht in ihrer konzeptuellen Arbeit dem Verhältnis zwischen Individuum - Masse - Architektur nach. Als Ausgangspunkt dafür steht die Auseinandersetzung mit Architektur, die mittels spezieller Video-und Montagetechniken zur 'plattgewalzten Architektur' wird.
Digitale Großbelichtungen zeigen belebte Räume in Asien und Europa wie Shoppingmalls, touristische Plätze, Straßenkreuzungen und Freizeitzentren. In der verdichteten Zusammenstellung von Einzelbildern aus Videomaterial zu großformatigen Fotografien, werden Einblicke in intime Momente der aufgenommenen Personen und ein weitläufiger Blick auf die Architektur freigegeben.
Katharina Struber verdeutlicht in ihren Arbeiten wie unterschiedliche Institutionen, verschiedenartige Umräume, kollektive und subjektive Identität bestimmen. Sie geht der Frage nach, wie die Bewegung der Masse auf historische Repräsentationsarchitektur oder auf die Spektakelästhetik in Shoppingmalls reagiert. Passen sich Verhaltensmuster und Moden dem unterschiedlichen soziokulturellen Umfeld an?'
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